Freiwillige im Kampf gegen Ebola

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Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt auch für Freiwillige, die in den Diensten einer Hilfsorganisation stehen und sich für die Ebola-Bekämpfung in Westafrika melden.
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Freiwillige, die in den Diensten einer Hilfsorganisation stehen und sich für die Ebola-Bekämpfung in Westafrika melden, stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Der Unfallversicherungsschutz umfasst neben Arbeits- und Wegeunfällen auch eine mögliche Infektion mit dem Ebola-Virus. In diesem Fall übernimmt die zuständige Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse die Kosten für den Rücktransport nach Deutschland und die Heilbehandlung.

"Bei einer Entsendung ins Ausland läuft der Versicherungsschutz über die jeweils entsendende Organisation", erklärt Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Zuständig ist die jeweilige Unfallkasse oder Berufsgenossenschaft der Hilfsorganisation. Beamte oder Soldaten sind über den jeweiligen Dienstherren abgesichert.

"Wer extra für einen Auslandseinsatz angestellt wird, sollte Rücksprache mit seinem Arbeitgeber halten", empfiehlt Breuer. Denn auf diese Arbeitsverhältnisse erstreckt sich der gesetzliche Unfallversicherungsschutz im Regelfall nicht. Es sei denn, der zuständige Unfallversicherungsträger bietet eine spezielle Auslandsversicherung an, die der Arbeitgeber dann auch abschließt. Der Beitrag liegt bei etwa 10 € pro Person und Monat Auslandseinsatz. Und, so Breuer: "Wer auf eigene Faust reist, ist nicht gesetzlich unfallversichert."

Prävention

Auch im Fall einer Entsendung gelten die Bestimmungen zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Das heißt, die Gefährdungen für die Beschäftigten müssen beurteilt und entsprechende Schutzmaßnahmen festgelegt werden. Die Freiwilligen müssen vor Aufnahme der Tätigkeit in Fragen der Hygiene und der Anwendung persönlicher Schutzausrüstungen unterwiesen werden. Informationen dazu finden sich unter anderem in den Internetangeboten des Robert Koch-Instituts, des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und der WHO.

In Deutschland sind Schutzmaßnahmen besonders für Beschäftigte des Gesundheitswesens im Rahmen der Patientenversorgung sowie für Beschäftigte in Laboratorien, die Verdachtsproben auf das Ebola-Virus untersuchen, erforderlich. Es gibt 8 Kompetenz- und Behandlungszentren u.a. in Hamburg, Frankfurt, Leipzig und München. Sie wurden für die Behandlung hochkontagiöser Patienten eingerichtet und verfügen in ihren Sonderisolierstationen über die erforderlichen hohen Sicherheitsstandards. Gleiches gilt für die entsprechenden Laboratorien.

Die konkreten Arbeitsschutzmaßnahmen beim Umgang mit Personen, die mit Ebola infiziert sind oder bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt, sind in der Technischen Regel für biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 250 (Anhang 1), die für Tätigkeiten in Laboratorien in der TRBA 100, geregelt. Es handelt sich um baulich-technische, organisatorische, Hygiene- und persönliche Schutzmaßnahmen. Die Unterweisung und Schulung der Beschäftigten hinsichtlich der erforderlichen Schutzmaßnahmen ist von essenzieller Bedeutung. Auch Helfer, die z.B. Ebola-Patienten an Flughäfen empfangen, müssen unterwiesen sein und sich je nach Kontaktmöglichkeit durch Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) vor einer Übertragung schützen. Die TRBAs finden sich im Internetangebot der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA).

Über die Linkliste finden Sie wesentliche Informationen zur Prävention.