DGUV berät bei Einführung einer Unfallversicherung in Aserbaidschan

mehrere Personen im Sitzungssaal

Regierungsberatung: Die deutsche Delegation beantwortet Fragen zur Einführung einer Unfallversicherung in Aserbaidschan

Baku, 23.10.2009.

Mit Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1991 löste Aserbaidschan auch sein soziales Versorgungssystems nach sowjetischem Muster ab. Seitdem obliegt es jedem Unternehmen im Kaukasusstaat, seine Mitarbeiter nach einem Arbeitsunfall zu entschädigen. Die Privatisierung staatlicher Betriebe in den neunziger Jahren zog allerdings eine Welle von Insolvenzen nach sich, in deren Folge viele ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber verunfallten Beschäftigten nicht nachkamen und diese entließen. Vorübergehend übernahm der Staat die offenen Entschädigungsansprüche, sucht aber angesichts dieser finanziellen Belastung nach einer neuen Lösung. Diese strebt er mit der Schaffung eines eigenen Versicherungssystems gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten an. Zur Vorbereitung eines entsprechenden Gesetzentwurfes suchte die Regierung Aserbaidschans beratende Unterstützung aus Deutschland und lud eine Delegation der DGUV und der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro zu Konsultationen nach Baku ein. In Gesprächen mit Arbeitsminister Alakperov, Finanzminister Sharifov, dem stellvertretenden Ministerpräsident Elchin und dem Präsidenten des Sozialversicherungsfonds, Muslumov, erläuterte die Delegation deutsche und internationale Erfahrungen in der Einführung und Reform einer Unfallversicherung. „Deutschland ist schon je her eine besonderer Partner und in vielerlei Hinsicht ein Vorbild für uns. Dies trifft insbesondere auf die soziale Sicherheit zu, weshalb wir für deren Ausbau gerne auf deutsche Expertise zurückgreifen möchten,“ so Salim Muslumov, Präsident des staatlichen Versicherungsfonds SSPF, in einem Interview mit nationalen Medien.