DGUV schließt Kooperationsvertrag mit Unfallversicherung in Kolumbien

Dr. Breuer am Konferenztisch

Unterzeichnung des deutsch-kolumbianischen Kooperationsvertrages in Bogotá, 27.10.2008

Kolumbien ist der weltweit zweitgrößte Produzent für Schnittblumen. Die Arbeitsbedingungen, unter denen diese in dem Andenstaat verarbeitet werden, sind allerdings äußerst belastend für die Gesundheit der Beschäftigten. Die Konsequenz: wachsende Unfall- und Erkrankungsraten verbunden mit entsprechend hohen Entschädigungsleistungen durch die Unfallversicherungsträger.

Suratep, die größte Unfallversicherung Kolumbiens, will die Arbeitsbedingungen im hortikulturellen Sektor daher verbessern. Hierbei unterstützt sie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. So stellt die DGUV beispielsweise zur Messung der Muskel-Skelettbelastungen der Blumenarbeiter das Messsystem „CUELA“ zur Verfügung.  

Neben der Unfallprävention in der Blumenindustrie sieht der am 27. Oktober 2008 in Bogotá geschlossene deutsch-kolumbianische Kooperationsvertrag weitere Felder der Zusammenarbeit vor, wie die Identifizierung und Kontrolle arbeitsbedingter Risiken und gemeinsamer Forschung.

Die deutsch-kolumbianische Zusammenarbeit schlägt nicht nur eine Brücke zwischen Unfallversicherungen zweier Kontinente – sie bringt auch private und öffentliche Systeme zusammen. Zwar sind die 10 Unfallversicherungsträger in Kolumbien rechtlich ein Teil der staatlichen Sozialversicherung. Organisiert sind sie aber als gewinnorientierte und miteinander im Wettbewerb stehende, private Versicherungen. Der Vertrag ist Beleg für die hohe Wertschätzung, die der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung auch in der westlichem Hemisphäre entgegengebracht wird. Insbesondere die mit Spitzentechnologie betriebene Forschung zur Verhütung von Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen findet dort Anerkennung, ebenso wie die modernen Ansätze zur Rehabilitation und Reintegration verunfallter oder erkrankter Arbeitnehmer.