Israel: Deutsche gesetzliche Unfallversicherung gilt als internationales Vorbild für ein integriertes System

Israels Arbeitsminister und der deutsche Botschafter im Gespräch

Israels Arbeitsminister und der deutsche Botschafter informieren sich über die DGUV

Erstmals fanden auf einem deutsch-israelischen Symposium am 23. März 2010 in Jerusalem alle relevanten Akteure des Sozialrechts, der Sozialversicherung und des Arbeitsschutzes in Israel für eine Tagung zusammen. Die eigens eingeladenen DGUV-Experten beantworteten Fragen der Regierungsvertreter zum „deutschen Modell“ und stellten die Erfolge eines integrierten Systems der Prävention, Rehabilitation und Versicherung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten vor.

"Die Partnerschaft zwischen Deutschland und Israel ist eine besondere und eine besonders enge", eröffnete der deutsche Botschafter in Israel, Harald Kindermann (rechts im Bild), die von der Friedrich Ebert Stiftung und dem israelischen Arbeitsgerichtshof ausgerichtete Veranstaltung. Der israelische Arbeitsminister Isaac Herzog (links im Bild) hob ebenfalls die besondere Verlässlichkeit Deutschlands als Partner Israels hervor und drückte seine Freude darüber aus, dass diese bewährte Partnerschaft nun auch um den Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung erweitert wird.

Mit Hilfe der DGUV, so erhoffte sich der gastgebende nationale Arbeitsgerichtshof, könne der inner-israelische Dialog leichter geknüpft werden, da anhand der Erfolge eines integrierten Sozialschutzsystems für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten am ehesten für eine enge Verzahnung der relevanten Akteure von Versicherung, Prävention und Rehabilitation zu werben sei. Die DGUV, dem israelischen Arbeitsgerichtshof seit Jahren partnerschaftlich verbunden, kam der Einladung gerne nach, wofür Arbeitsminister Herzog ausdrücklich seinen Dank zollte. Daneben barg das Symposium eine weiteres Novum: Erstmals überhaupt fanden die oberste Sozialgerichtsbarkeit, die nationale Versicherungsanstalt, die oberste Arbeitsschutzbehörde und die beruflichen Rehabilitationszentren des Landes zum gemeinsamen Dialog zusammen. "Zwar kennt man sich", so Stefan Adler, der Präsident des Arbeitsgerichtshofs, „doch existiert derzeit kein dauerhafter, routinemäßiger Austausch zwischen diesen zentralen Akteuren, wie er etwa in Deutschland geübte und bewährte Praxis ist.“

Auch für deutsche Unternehmen und Arbeitnehmer ist es mittlerweile von Belang, wie sehr man in Israel sicheren und gesunden Arbeitsplätzen verpflichtet ist. Nicht nur die nach Israel entsandten Arbeitnehmer und dort engagierten deutschen Unternehmen sind davon betroffen. Mit dem jüngst erfolgten Kauf des Generikaherstellers ratiopharm durch die israelische Teva Pharmaceutical Industries Ltd. haben über 5.500 Arbeitnehmer in Deutschland im März 2010 einen israelischen Arbeitgeber bekommen. Teva ist größter privater Arbeitgeber Israels und wird allgemein aufgrund seines Engagements für Arbeitssicherheit gelobt. Yehuda Arad, Direktor für internationale Arbeitssicherheit bei Teva, verwies in seinem Vortrag daher nicht ohne Stolz auf die positive Präventionsbilanz des Unternehmens. Gleichwohl erhofft er sich durch das neue Engagement in Deutschland zusätzliche Impulse für den Arbeitsschutz bei Teva und im ganzen Land zu erhalten.