DGUV unterzeichnet deutsch-indisches Memorandum of Understanding

unterschriebenes Memorandum wird hochgehalten

Unterzeichnung des MoU durch V.B. Sant, Kavita Gupta und Dr. Joachim Breuer
Bild: DGUV

Neue Partnerschaft mit dem National Safety Council (NSC) und Maharashtra

Im Rahmen der Woche des Arbeitsschutzes in Indien unterzeichneten der Hauptgeschäftsführer der DGUV, Dr. Joachim Breuer, der Generaldirektor des indischen National Safety Council, V.B. Sant und die Arbeitssekretärin des indischen Bundesstaates Maharashtra, Kavita Gupta am 5. März 2010 in Mumbai ein Memorandum of Understanding (MoU). Sie verabredeten darin gemeinsame Aktivitäten zur Verbesserung des Arbeitsschutzes und der sozialen Sicherung von Arbeitnehmern.

"Ein Arbeitsunfall kündigt sich nicht an, bevor er eintritt"

Die Unterzeichung des Memorandums fand im Rahmen eines diesem Anlass gewidmeten Seminars statt. Vor rund 100 Vertretern von Firmen und Institutionen wiesen die Festredner auf die Bedeutung der künftigen Zusammenarbeit hin. Zum National Safety Council (NSC) pflegt die DGUV schon seit längerem gute Beziehungen. Die Grundlage für das jetzige Memorandum wurde insbesondere durch einen gemeinsamen Workshop zu aktuellen Themen des Arbeitsschutzes gelegt, der im Dezember 2009 in Mumbai stattfand. NSC Generaldirektor V.B. Sant verglich das Memorandum mit dem Öffnen eines Fensters und zeigte sich überzeugt, dass sich die künftige Zusammenarbeit positiv auf die Präventionsaktivitäten der Unternehmen auswirken werde. Zudem stehen Anreizstrukturen wie im deutschen System sowie die Verzahnung von Prävention und Rehabilitation im Fokus des Interesses. Die Arbeitssekretärin des Staates Maharashtra, Kavita Gupta, wies auf die historische Einmaligkeit des Ereignisses hin: Es sei das erste Memorandum im Bereich Arbeit und Soziales für den Staat Maharashtra. Sie erhofft sich wertvolle Informationen für Sicherheitsinspektionen in Unternehmen sowie in Fragen der Prävention im unorganisierten Sektor. Über 90% der arbeitenden Bevölkerung in Indien sind im unorganisierten Sektor tätig, für sie greifen weder soziale Absicherung noch die staatlichen Arbeitsschutzvorschriften.

Der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Mumbai, Dr. Walter Stechel, betonte in seiner Grußansprache die Bedeutung des MoU für deutsche Unternehmen, die in Indien tätig sind. Traditionell pflegen Indien und Deutschland gute Handelsbeziehungen. Führende deutsche Technologie- und Automobilhersteller, Energie-, Chemie-, und Pharmaunternehmen haben sich in Indiens führendem Industriestaat Maharashtra angesiedelt und betreiben dort Werke mit bis zu 18.000 Mitarbeitern. Für die kommenden Jahre haben mehrere Unternehmen angekündigt, ihr Investment und die Mitarbeiterzahlen weiter auszubauen. Das Memorandum zur Förderung Arbeitsschutzes und der sozialen Sicherheit kommt für deutsche Unternehmen und deren Mitarbeiter daher zu einem guten Zeitpunkt.

Auf das gegenseitige Lernen legte DGUV Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer in seiner Ansprache besonderen Wert. Gerade die unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen ermöglichten es, voneinander für die jeweils eigenen Systeme zu lernen - neue Ansätze und Ideen zu verfolgen. In diesem Sinne sei auch die künftige Zusammenarbeit zu sehen. Die Beteiligten vereinbarten, nun Worten möglichst bald Taten folgen zu lassen. Noch für 2010 sind gegenseitige Expertenbesuche vorgesehen, auf die dann weitere Projekte aufbauen können.

Zum Hintergrund - die Partner:

Maharashtra ist flächenmäßig der drittgrößte und bevölkerungsmäßig der zweitgrößte Bundesstaat Indiens. Mumbai, die Hauptstadt Maharashtras, ist zugleich größte indische Metropole und Finanzzentrum. Maharashtra ist Indiens führender Industriestaat und einer der reichsten Bundesstaaten. Hauptstandorte deutscher Firmen in Maharashtra sind Mumbai und Pune.

National Safety Council (NSC) ist eine von der indischen Regierung ins Leben gerufene, unabhängige Einrichtung, die den Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Betrieben fördert. Es handelt sich um eine nicht gewinnorientierte Organisation, in der neben Vertretern der Sozialpartner auch der Staat vertreten ist. Der NSC berät Unternehmen in allen Fragen des Arbeitsschutzes, bietet Trainingsmaßnahmen an und führt Aufklärungsarbeit sowie Kampagnen im
Bereich des Arbeitsschutzes durch. Auch in Indien niedergelassene deutsche Unternehmen sind Mitglied des National Safety Council und profitieren so unmittelbar von den deutschindischen Aktivitäten.