Im Rhythmus durch das Farbenmeer

  • Konstruktivismus naturnah (Ausschnitt) / (c) Wieland Richter

Wieland Richter kam erst spät zur professionellen Kunst. Als Seiteneinsteiger fand er unabhängig von anderen seine eigene unverwechselbare Handschrift. Bis zum 4. Januar 2016 zeigt er im Akademiehotel seine Werke.

Seine Malerei springt einen nicht an, sondern wirkt eher verhalten und ruhig. Man muss schon schauen und entdecken, den Fährten folgen, die er in einem langen Prozess gelegt hat. Wieland Richter ist Scout und Entdecker von inneren Landschaften, einer, der geheimnisvolle Wege geht, Licht ins Dunkel bringt ohne zu entblößen.

Unbewusstes macht sich Luft, breitet sich über die Flächen als weite diffuse Pinselschwünge. Oft erstarren plastische Erhebungen auf ihnen oder kommen in einer transparenten, vom Blau durchfluteten Lagune zu Ruhe, wo eine Schar Fischerboote wie ovale Ornamente treiben. Krieger aus Urzeiten tanzen wie auf Höhlenmalereien, stehen vereinzelt als einsame Wachposten menschlicher Existenz inmitten eines kosmischen Chaos.

Richter arbeitet mit einer eher unscheinbaren Figürlichkeit und konfrontiert sie mit überdimensionierten Hieroglyphen, die er aus allen Schriftarten sowie aus der Fantasie nach natürlichen Formen entwickelt hat. Die Nähe zum Archaischen ist ebenso sicher, wie seine Vorliebe für die feine, klangvolle Poesie der fernöstlichen Tuschemalerei und des Farbholzschnitts.

Auf der Suche nach dem "idealen Bild" ist der Maler nicht zufrieden zu stellen. Für ihn ist der Entstehungsprozess das Spannendste. Wann der Endpunkt eintritt, ist oft schwer auszumachen. Manche Bilder sind schon ein Dutzend Jahre alt und werden von ihm heute immer noch als Zwischenzustand betrachtet. Vieles wird wieder zerstört, weggenommen oder radikal verändert.

Wieland Richter wurde 1955 in Dresden geboren Seit 1985 beschäftigt er sich mit Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Performance, Installations- und Objektkunst. In Putzkau baute er Ende der 90er Jahre einen Bauernhof zu Arbeits-und Wohnzwecken aus. In malerischer Umgebung, gleich an der Wesenitz gelegen, genießt Richter die Stille und Unberührtheit seiner Wahlheimat. Studienreisen führten ihn in die Welt, an die Strände der Kanaren, Tunesiens, Italiens, Spaniens und Australiens. Etwas davon schwingt in den großzügigen Panoramen wieder, auf denen Richter sein formales Spiel mit Farbe und Form treibt.

Text: Heinz Weißflog
Bild: Konstruktivismus naturnah (Ausschnitt), Mischtechnik auf Leinwand, 2010

Die Ausstellung wurde in Kooperation mit der Galerie Sillack realisiert.

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