Unter freiem Himmel

  • Thomas Helm: Verschneites Haus (Ausschnitt) - Öl auf Leinwand, 2015

Die Ölbilder des Eibenstocker Malers Thomas Helm bedienen trotz ihres Realismus kein Klischee. Schon gar nicht das vom heimeligen Weihnachtsland Erzgebirge.

Eher sind die Landschaften, die oft an die wechselvolle Geschichte des Gebirges erinnern, karge, fast herb anmutende Zustandsberichte von Wald und Feld und bäuerlicher Architektur. Malen ist für Thomas Helm Ordnen von Farbe und Form, inspiriert von dem ihm sehr nahen Landstrich, den er im Umkreis von zehn Kilometern zu Fuß entdeckt und erwandert.

Thomas Helm ist bodenständig, ohne Heimattümelei. Er wurde 1978 in Schlema geboren. Als Zehnjähriger begann er zu zeichnen. Von 1998 bis 2003 studierte er an der Hochschule für bildende Künste Dresden bei Siegfried Klotz und Wolfram Hänsch sowie bei Max Uhlig und Peter Bömmels, bei dem er das Diplom ablegte.

Als Kind war Thomas Helm ein begeisterter Bergbaufan, brachen in Eibenstock doch häufig die alten Gänge ein und erzeugten große Löcher auf Straßen und in der Landschaft. In dieser Ausstellung sind der Floßgraben, das alte Bergwerk sowie zahlreiche Bergbau- und Grubenhäuser zu sehen, die Helm in den vergangenen Jahren gemalt hat. Herb und rau ist die Landschaft, dürftig sind die alten Häuser, nichts spürt man da von Verklärung und Lieblichkeit.

Andere Bilder zeigen die Talsperre von Eibenstock im Winter, ganz unromantisch und doch atmosphärisch-impressionistisch, das Riedgras orange-gelb und kaltblau die verschneiten Wege am Ufer. Landschaftsausschnitte, Teichlandschaften und verschneite Parks ergänzen die Themen der Ausstellung, die in poesievollem, aber oft eher sachlichem Duktus auf Kabak oder Leinwand festgehalten wurden.

Thomas Helm ging nach dem Studium wie selbstverständlich in seine alte Heimat zurück. Sein täglicher Rhythmus besteht aus Gängen in sein kleines Atelier am Rathaus und Malwanderungen in die nähere Umgebung nach Schneeberg, Carlsfeld und Sosa. In seinem Tun genügt er sich selbst, lebt ein in sich erfülltes Leben an seinen Wurzeln und fördert wie ein Bergmann das Licht aus seiner inneren Tiefe zutage, die erfüllt ist von der Liebe zu diesem schönen Landstrich, seiner Nähe zur Natur und dem stillen und entschleunigten Leben seiner Bewohner.

Text: Heinz Weißflog
Bild: Verschneites Haus, Öl auf Leinwand, 2015 (Ausschnitt)

Die Ausstellung ist bis zum 31. März 2016 zu sehen. Sie wurde in Kooperation mit der Galerie Sillack realisiert.

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