Alles ist nur ein Beispiel

  • Dyrck Bondzin: Am Blauen Wunder (Ausschnitt), Mischtechnik auf Papier, 2005

Malerei von Dyrck Bondzin ist bis zum 2. Januar 2015 im Akademiehotel zu sehen. Ein Zitat von Rainer Maria Rilke hat den Künstler inspiriert und gibt der Ausstellung ihren Titel.

Ob im Porträt, der Landschaft oder im Stilleben – Dyrck Bondzin hat sich eine aufrichtige Humanität in seiner Malerei bewahrt. 1955 in Dresden als Sohn eines Malers und einer Malerin geboren, studierte er von 1975 bis 1980 an der Hochschule für bildende Künste und arbeitet seitdem freischaffend. Der ganz der Kunst Verfallene liebt die stillen unspektakulären Winkel seiner Heimatstadt und begegnet ihnen mit Liebe und Zuneigung.

Sein unaufgeräumtes, kleines Atelier in der Berliner Straße verströmt einen morbiden Charme. Bilder und nochmals Bilder, bis unter die Decke. Flaschen und Gläser, Tuben mit Farben. Rahmenteile, Sperrholz. Darüber eine Dresden-Ansicht mit Terrasse und Anlegestelle, die an die großen Meister der Dresdner Malkultur erinnert und sich dennoch etwas Eigenes bewahrt hat. Gleich daneben eine Bahnunterführung, in der Nähe des Ateliers gelegen, eher sachlich und mit ein wenig Melancholie, verliebt in die alte Industriearchitektur mit ihrer subtilen Ästhetik. „Trachau im Winter“ ist ein Panorama im altmeisterlichen Stil.

Hier erklärt Bondzin seine Arbeitsweise: Er male immer vor Ort in Öl auf Leinwand, Ergänzungen folgen im Atelier, wenn sich ihm die Spontaneität des Erlebnisses erhalten hat. Es fällt auf, dass der Maler unterschiedliche Auffassungen parallel zueinander pflegt und sie je nach Stimmung und Charakter des Motives für sich ausdeutet und vorträgt. Projektionen und eine durchgehende Ausführung, die alle Motive gleichermaßen und vereinheitlicht behandelt, sind ihm fremd.

Dyrck Bondzin hängt am alten Dresden, seinen „Jagdgründen“ wie er sagt, so, wie er es schon als Kind erlebte, mit all seinen Verwerfungen und durch den Krieg erlittenen Wunden. Das alte Blasewitz mit seinen Villen oder die von der Abrissbirne betroffenen Industrieviertel leben in seinen Bildern auf und haben etwas ganz Persönliches durch ihre Vertrautheit und Nähe. Seine Stilleben hingegen atmen die Nähe der Natur, ihre Schönheit und Kraft, die auf ein hoffnungsvolles Weiterleben zielt. Hier ist Bondzin ganz nahe am Leben, findet Sinn, Freude und Bestätigung im schöpferischen Sein und Tun.

Text: Heinz Weißflog, Abbildung: "Am Blauen Wunder" (Ausschnitt), Mischtechnik auf Papier, 2005

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