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Internetdienste
Das Internet gliedert sich für den Nutzer kaum wahrnehmbar in fünf "klassische" Dienste oder Bereiche:
1. World-Wide-Web
Am bekanntesten ist das WWW - oder kurz: das Web bzw. WWW (die vielgenannte Adresse http://www... weist darauf hin). Das World Wide Web ist ein 1989 vom Kernforschungszentrum CERN in Genf entwickeltes Informationssystem, das auf Hypertext-Verbindungen basiert. Diese Hypertext-Verbindungen bzw. Hyperlinks sind in ein Dokument integrierte Querverweise auf andere Dokumente, über die der Nutzer direkt auf diese anderen Dokumente zugreifen kann. Im Gegensatz zu den traditionellen Massenmedien ermöglicht das Web eine interaktive Nutzung der über dieses Medium angebotenen Informationen. Populär wurde das World Wide Web besonders durch die Verbreitung von speziellen Web-Browsern, wie dem Netscape Navigator oder dem Microsoft Internet-Explorer. Diese Browser erleichtern aufgrund ihrer grafischen Benutzeroberfläche die Navigation im Netz und machen damit das Internet für die breite Masse zugänglich. Inzwischen ist das Web der beliebteste Datendienst des Internet. Seit Mitte der 90er Jahre entwickelt sich das Web zunehmend zu einem multimedialen Medium. Neben reine Textinformation treten vermehrt kombinierte Darstellungen von Bild-, Ton- und Filmdokumenten auf, und es zeichnet sich eine Konvergenz der Medien, insbesondere die Verschmelzung des Fernsehens mit dem Internet, ab.
2. E-Mail
Noch häufiger genutzt wird die Möglichkeit, über E-Mail "elektronische Post" weltweit zu versenden. Diese Funktion (häufig von einem Zusatzprogramm unterstützt, z.B.: Microsoft Outlook Express) ermöglicht individuelle Kommunikation über das Internet. Hier gibt es, genau wie bei der gelben Post, Adressen (erkennbar an dem Zeichen @ sprich = ät, zu erzeugen über die Tastenkombination "Alt Gr" + "Q"), Absender, Postfächer und Betreffzeilen. Jedoch gehen im Gegensatz zur konventionellen Methode selten Briefe verloren, es werden keine Briefmarken und Postämter benötigt, und die Zustellung erfolgt in Sekunden.
3. File-Transfer-Protocol (FTP)
Eine weitere interessante Funktion ist FTP (File Transfer Protocol), welches der Übertragung von Dateien dient, die im Gegensatz zum WWW nicht angezeigt, sondern auf der Festplatte zur späteren Anwendung gespeichert werden. Diese Funktion wird benutzt, um Programme oder größere Textdateien (z.B. Firmenkataloge oder Formulare) zu versenden. Der gewöhnliche Nutzer hat mit FTP wenig Probleme, da diese Funktion vom Browser gesteuert wird. Wichtig ist das File Transfer Protocol besonders für alle, die auf einem externen Rechner eines sog. Webspace-Providers ihre Homepage (oder Website) betreiben, da sie mit seiner Hilfe bequem die Daten für die Internetpräsentation übertragen und aktualisieren können.
4. Usenet/Newsgroups
Der Bereich Usenet oder auch Newsgroups genannt, ermöglicht es dem Nutzer, an Diskussionen oder Informationsbörsen teilzunehmen. Vielleicht sollte man sich das Usenet vorstellen wie einen großen Karteikarten-Schrank in einer Bücherei. Zu (fast) jedem Thema gibt es eine Schublade, in dieser finden sich mehr oder minder qualifizierte Aussagen von anderen Menschen, die an diesem Thema interessiert sind. Sie können nun die einzelnen Kärtchen durchlesen, eigene Kärtchen beschreiben und hinzufügen oder Antwortkärtchen an andere anhängen. Wenn Sie wollen, können Sie auch Abonnent einer "Schublade" werden, d.h. jedesmal, wenn dort eine neue Karte hinzugefügt wird, bekommen Sie eine Kopie zugeschickt.
Gegenwärtig (1999) gibt es mehr als 30.000 Newsgroups, die über entsprechende Suchmaschinen ausfindig gemacht werden können. Viele Menschen sehen im Usenet das eigentliche Internet, weil hier die Nutzer direkt und gleichberechtigt miteinander im klassischen Sinne kommunizieren, also nicht nur Artikel lesen, sondern eigene Artikel veröffentlichen.
Auch für die Nutzung des Usenet ist eine zusätzliche Software nötig (z.B.: Microsoft Outlook Express).
5. Telnet
Im normalem Anwendungsbereich weniger bekannt ist das Telnet. Dies ermöglicht, entfernte Computer zusammenzuschalten und fernzusteuern. So kann zum Beispiel ein Außendienstmitarbeiter einer Firma mit seinem tragbaren Computer über das Internet den Firmencomputer ansteuern und nutzen oder ein Wissenschaftler mehrere Computer zusammenschalten, um zur Erledigung einer Aufgabe mehr Rechenleistung zu erhalten.
Neue Internet-Dienste
Neben diesen fünf "klassischen Internetdiensten" haben sich in den letzten Jahren neue Dienste entwickelt, die das Internet für multimediale Anwendungen nutzbar machen. Hierzu gehören:
- Internetradio: ein Internet-basiertes Angebot an Hörfunksendungen. Die Übertragung erfolgt in der Regel als Streaming Audio; zur Nutzung sind entsprechende Streaming-Clients erforderlich
- IP-Fernsehen (IP-TV): Übertragung von breitbandigen Anwendungen, wie Fernsehprogrammen und Filmen
- IP-Telefonie (Voice over IP): ermöglicht den Telefondienst auf dieser IP-Infrastruktur zu realisieren, so dass diese Technologie die herkömmliche Telefontechnologie samt ISDN, Netz und allen Komponenten ersetzen kann

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